Redesign Fracht/Abgaben

Das Wichtigste in Kürze

Ziel des Projekts Redesign Fracht/Abgaben (RDFA) ist die Vereinfachung, die Harmonisierung und die durchgehende Digitalisierung der Prozesse für die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren (Fracht) sowie für die Erhebung von Abgaben (Inlandbesteuerung). Dazu wird eine neue einheitliche IT-Plattform (Warenverkehrssystem) bereitgestellt. Im Endeffekt sollen die Warenflüsse beschleunigt, die Regulierungskosten für die Wirtschaft gesenkt sowie gezieltere Kontrollen ermöglicht werden.

Stand und Ausblick

Das neue Warenverkehrssystem (WVS) wird die bestehenden Frachtanwendungen e-dec und NCTS sowie diverse Abgabenerhebungsanwendungen ablösen. Das WVS wird in Etappen und in zahlreichen parallelen Aktivitäten aufgebaut (agile Projektmethode). Neben den Grundlagenarbeiten werden konkrete Funktionalitäten bereitgestellt und eingeführt, zuerst als Minimum Viable Product (MVP, erste Version, die den Kernbedarf deckt), und anschliessend schrittweise ausgebaut (Inkremente):

Im Bereich Fracht werden zwei Hauptstossrichtungen verfolgt: die vollständig digitale Vorausanmeldung von Warensendungen und die automatische Identifizierung von Waren beim Grenzübertritt (sogenannte Aktivierung).

Zur vollständig digitalen und medienbruchsfreien Kommunikation zwischen Zollanmelder und Zollverwaltung sollen unter anderem E-Begleitdokument und E-Com beitragen, die per 1. Juli 2020 für alle Zollanmelder auf freiwilliger Basis eingeführt werden.

Für die automatische Aktivierung von Zollanmeldungen beim Grenzübertritt werden verschiedene technische Lösungen angestrebt. Ein Pilotversuch mit der GPS-basierten Smartphone-App Activ wurde im Sommer 2019 gestartet. Die gleiche Technologie soll für die regelmässige Einfuhr von Massengütern wie Kies eingesetzt werden (periodische Sammelanmeldung); die App Periodic soll nach erfolgreichen Feldversuchen im zweiten Halbjahr 2020 schrittweise eingeführt werden.

Die Anpassung an den neuen EU-Unionszollkodex (UZK) ist ebenfalls Bestandteil des Projekts. Dies erfolgt unter anderem durch die Teilnahme am EU-Projekt ICS 2 (Import Control System 2). ICS 2 bildet die verschärften internationalen Normen bei der Vorausanmeldung von Waren aus Drittstaaten in einem neuen IT-System ab (Einführung ab 2021). Dies führt zu einer besseren Datenqualität und verbessert die Risikoanalyse. Ein anderes zentrales Vorhaben im Bereich des internationalen Transits ist die Ausrichtung der Datenmodelle auf internationale Standards im Rahmen des europäischen Projekts NCTS Phase 5. Die neue Version von NCTS soll Ende 2023 als Bestandteil des neuen WVS eingeführt werden.

Parallel dazu werden die bestehenden Anwendungen stabilisiert und optimiert, bis diese durch DaziT vollständig abgelöst werden. Eine Massnahme ist die Schaffung einer Cloudbasierten «DocBox», um den Bezug der elektronischen Veranlagungsverfügungen (eVV) kundenfreundlicher zu gestalten.

Die Vereinfachung und Digitalisierung der Steuererhebung im Inland startet mit dem Thema Bier. Bereits ab Beginn des Jahres 2020 sollen erste Brauereien ihre steuerpflichtige Biermenge und die Biersteuer elektronisch deklarieren können (Pilot).

Die internationale Koordination hat für das Projekt Redesign Fracht/Abgaben eine hohe Priorität. Die EZV steht zu diesem Zweck in engem Kontakt mit den Zollverwaltungen unserer Nachbarländer sowie mit den europäischen Behörden. Es findet ausserdem ein regelmässiger Austausch mit Vertretern der Wirtschaft statt. DaziT bietet diverse Arbeitsgruppen an, in denen interessierte Unternehmen ihre Praxiserfahrung einbringen können.

Ziel und Zweck

Das zentrale Projekt Redesign Fracht/Abgaben trägt massgeblich zur Vereinfachung und Beschleunigung der Zoll- und Abgabenerhebungsverfahren an der Grenze und im Inland bei.

Die Beseitigung von Medienbrüchen, die internationale Kompatibilität und die weitgehende Automatisierung senken die Regulierungskosten und erhöhen die Flexibilität für die Wirtschaft.

Eine bessere Überwachung der Warenflüsse erhöht die Sicherheit für die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Staat.

Die gemeinsame Umsetzung in den Bereichen Fracht und Abgaben bringt viele Synergien. Damit können Aufwand gespart und ein höherer Nutzen für die Kunden generiert werden.

Bisherige Ergebnisse

Im Jahr 2018 wurden das Projekt Redesign Fracht initiiert und die Studie Inlandbesteuerung (künftiges Betriebsmodell im Bereich der Abgabenerhebung) erstellt. Es zeigten sich dabei viele Gemeinsamkeiten zwischen den Bereichen Fracht und Abgaben. Zahlreiche Funktionalitäten, wie zum Beispiel die Anmeldung von Waren, können sowohl für die Herstellung im Inland als auch für den Import, Export oder Transit genutzt werden. Aus diesen Gründen werden die bisherigen Projekte «Redesign Fracht» und «Redesign Abgaben» neu als gemeinsames Projekt «Redesign Fracht/Abgaben» umgesetzt.

Folgende Zwischenergebnisse liegen bereits vor:

  • Studie Inlandbesteuerung (Betriebsmodell Abgabenerhebung 2026, 2018)
  • QuickZoll: Smartphone App für die Verzollung von privaten Waren im Reiseverkehr (2018)
  • Pilotprojekte mit E-Begleitdokumente und E-Com (regionale Testeinsätze und Erhebung von Optimierungsbedarf, 2018)
  • DaziT und die Wirtschaft: Acht Arbeitsgruppen ausgeschrieben und operative Projektarbeit mit der Wirtschaft gestartet
  • Pilotprojekt Activ App: Smartphone App zur automatischen Identifizierung von Waren beim Grenzübertritt

Fragen und Antworten (FAQ)

https://www.ezv.admin.ch/content/ezv/de/home/themen/projekte/dazit/aktueller-stand-der-arbeiten/redesign-fracht-abgaben.html