Redesign Fracht/Abgaben

Das Wichtigste in Kürze

Ziel des Projekts Redesign Fracht/Abgaben ist die Vereinfachung, die Harmonisierung und die durchgehende Digitalisierung der Prozesse für die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Waren (Fracht) sowie für die Erhebung von Abgaben (Inlandbesteuerung). Dazu wird eine neue einheitliche IT-Plattform bereitgestellt. Im Endeffekt sollen die Warenflüsse beschleunigt, die Regulierungskosten für die Wirtschaft gesenkt sowie gezieltere Kontrollen ermöglicht werden.

Stand und Ausblick

Die detaillierte Planung des neuen, zusammengeführten Projekt Redesign Fracht/Abgaben ist derzeit in Gange. Parallel wird für den Warenverkehr ein Betriebsmodell 2026 erarbeitet. Dabei steht die Ware im Handelsverkehr wie auch im privaten Reiseverkehr im Fokus.

Im Bereich Fracht werden zwei Hauptstossrichtungen verfolgt: die vollständig digitale Vorausanmeldung von Warensendungen und die automatische Identifizierung von Waren beim Grenzübertritt. Das Ziel soll in Etappen und mit verschiedenen technologischen Zwischenschritten erreicht werden.

Im Rahmen eines Pilotprojekts wird eine Erweiterung der bestehenden Frachtanwendung e-dec mit zwei Modulen, E-Begleitdokument und E-Com, getestet. Diese neuen Funktionalitäten sollen einen medienbruchsfreien Austausch von Dokumenten, und Informationen zwischen Zollanmelder und Zollverwaltung ermöglichen. Für die automatische Aktivierung von Zollanmeldungen beim Grenzübertritt werden verschiedene Lösungen in Betracht gezogen; ein Pilotversuch mit Smartphone-App ist für das Jahr 2019 geplant.

Die Anpassung am neuen EU-Unionszollkodex (UZK) ist ebenfalls Bestandteil des Projekts. Dies erfolgt unter anderem durch die Teilnahme am EU-Projekt ICS 2 (Import Control System 2). ICS 2 bildet die verschärften internationalen Normen bei der Vorausanmeldung von Waren aus Drittstaaten in einem neuen IT-System ab (Einführung ab 2021). Dies führt zu einer besseren Datenqualität und verbessert die Risikoanalyse. Ein anderes Vorhaben ist die Ausrichtung der Datenmodelle auf internationale Standards im Rahmen des europäischen Projekts NCTS Phase 5. Die neue Version von NCTS soll Anfang 2024 eingeführt werden.

Parallel dazu werden die bestehenden Anwendungen stabilisiert und optimiert, bis diese durch DaziT vollständig abgelöst werden. Eine für 2019 geplante Massnahme ist die Schaffung einer Cloud-basierten «DocBox», um den Bezug der elektronischen Veranlagungsverfügungen (eVV) -Bezugs kundenfreundlicher zu gestalten.

Im Bereich der Abgaben werden die zurzeit sehr heterogenen Prozesse grösstmöglich vereinfacht und standardisiert. Die vielfältigen und weitgehend veralteten Informatik-Anwendungen werden durch eine neue, gemeinsam mit dem Bereich Fracht aufgebaute IT-Plattform abgelöst. Punktuelle Anpassungen der Rechtsgrundlagen (Harmonisierung der Verfahren) sind ebenfalls Bestandteil des Projekts.

Die internationale Koordination hat für das Projekt Redesign Fracht/Abgaben eine hohe Priorität. Die EZV steht zu diesem Zweck im engen Kontakt mit den Zollverwaltungen den Nachbarländern der Schweiz sowie mit den europäischen Behörden. Es findet ausserdem ein regelmässiger Austausch mit Vertretern der Wirtschaft.

Ziel und Zweck

Das zentrale Projekt Redesign Fracht/Abgaben trägt massgeblich zur Vereinfachung und Bescheunigung der Zoll- und Abgabenerhebungsverfahren an der Grenze und im Inland bei.

Die Beseitigung von Medienbrüchen, die internationale Kompatibilität und die weitgehende Automatisierung senken die Regulierungskosten und erhöhen die Flexibilität für die Wirtschaft.

Eine bessere Überwachung der Warenflüsse erhöht die Sicherheit für die Bevölkerung, die Wirtschaft und den Staat.

Die gemeinsame Umsetzung in den Bereichen Fracht und Abgaben bringt viele Synergien. Damit können Aufwand gespart und einen höheren Nutzen für die Kunden generiert werden.

Bisherige Ergebnisse

Im Jahr 2018 wurden das Projekt Redesign Fracht initiiert und die Studie Inlandbesteuerung (künftiges Betriebsmodell im Bereich der Abgabenerhebung) durchgeführt. Es zeigten sich dabei viele Gemeinsamkeiten zwischen den Bereichen Fracht und Abgaben. Zahlreiche Funktionalitäten, wie zum Beispiel die Anmeldung von Waren, können sowohl für die Herstellung im Inland als auch für den Import, Export oder Transit genutzt werden. Aus diesen Gründen werden die bisherigen Projekte «Redesign Fracht» und «Redesign Abgaben» neu als gemeinsames Projekt «Redesign Fracht/Abgaben» umgesetzt.

Folgende Zwischenergebnisse liegen bereits vor:

  • Studie Inlandbesteuerung (Betriebsmodell Abgabenerhebung 2026, 2018)
  • QuickZoll: Smartphone App für die Verzollung von privaten Waren im Reiseverkehr (2018)
  • Pilotprojekte mit E-Begleitdokumente und E-Com (regionale Testeinsätze und Erhebung von Optimierungsbedarf, 2018)

Fragen und Antworten (FAQ)

https://www.ezv.admin.ch/content/ezv/de/home/themen/projekte/dazit/aktueller-stand-der-arbeiten/redesign-fracht-abgaben.html