European Electronic Toll Service (EETS)

Das Wichtigste in Kürze

Mit dem European Electronic Toll Service (EETS) will die EU einen europaweit kompatiblen elektronischen Mautdienst (Toll Service) ermöglichen. Ausländische Transportfahrzeuge sollen für die Entrichtung von Mauten nicht mehr an Grenzen anhalten müssen – auch nicht an der Schweizer Grenze.

Stand und Ausblick

Das Projekt EETS ist in der Durchführung. Die IT-Entwicklung erfolgt agil und wird voraussichtlich Mitte 2019 abgeschlossen. Parallel dazu wird an den Infrastruktur-Grundlagen gearbeitet. Unter anderem wird das bestehende Baken- und Enforcement-System der EZV technisch erweitert, dazu werden im Frühling 2019 Tests vor Ort durchgeführt.

Für die Umsetzung von EETS kooperiert die EZV mit privatisierten Erfassungsdienstleistern, sogenannten EETS-Providern. Bevor diese ihre Arbeit aufnehmen können, müssen sie ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen. Dieses Verfahren wird ab Sommer 2019 konzipiert und bis im Januar 2020 abschliessend definiert.

Die Einführung von EETS (Go-Live) ist am 1. Januar 2020 vorgesehen.

Ziel und Zweck

Das Projekt EETS hat zum Ziel, dass Fahrzeuge beim Grenzübertritt nicht mehr anhalten müssen, nur um die LVSA zu entrichten. Damit trägt es dazu bei, den Grenzübertritt spürbar zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Für bestehende Mautsysteme, wie die Schweizer Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), ist EETS ein neuer Erfassungsdienst, welcher ins bestehende System integriert werden muss. Dabei soll die bestehende LSVA-Infrastruktur so wenig wie möglich verändert werden, muss diese doch bis zur Ablösung im Jahr 2024 weiterhin reibungslos funktionieren. Um das komplexe LSVA IT-System nicht unnötig zu strapazieren, sollen die IT-Systeme von LSVA und EETS möglichst voneinander entkoppelt laufen.

Das Projekt EETS ist kein reines Informatikprojekt: es umfasst neben der Anpassung der Grenzkontrollprozesse auch die Einführung von Erfassungsgeräten in Lastwagen (Onboarding-Equipments, OBE) sowie eine funktionale Erweiterung der strassenseitigen Infrastruktur (Baken- und Enforcement-Anlagen). Diese Infrastruktur-Komponenten werden nicht ausschliesslich an der Grenze (Baken-Anlagen), sondern auch im Inland für Kontrollzwecke (Enforcement-Anlagen) eingesetzt.

Die Onboarding-Equipments werden von den zukünftigen EETS-Providern geliefert. Die Provider übernehmen auch das gesamte Inkassowesen, erheben die Abgaben und entrichten sie an die EZV. Von der EZV erhalten sie die Information zur technischen Schnittstelle, die zu entrichtende Abgabe sowie die notwendigen Detailinformationen zu deren Weiterverrechnung.

Fragen und Antworten

https://www.ezv.admin.ch/content/ezv/de/home/themen/projekte/dazit/aktueller-stand-der-arbeiten/eets.html