Testkäufe

Praxis

Das Gesetz verbietet den Verkauf von Bier und Wein an Personen unter 16 Jahren und von Spirituosen an Personen unter 18 Jahren (im Kanton Tessin werden alle alkoholischen Getränke nur an Personen ab 18 Jahren verkauft).

Hauptzweck der Testkäufe ist die Prävention. Sie sollen das Verkaufspersonal auf das Verbot der Abgabe von alkoholischen Getränken an Jugendliche unter 16 respektive 18 Jahren aufmerksam zu machen. In Ermangelung einer gesetzlichen Grundlage können die Ergebnisse dieser Käufe nicht als Beweismittel in Strafverfahren verwendet werden oder zur Verhängung einer Geldstrafe führen. Ihnen können jedoch Verwaltungsmassnahmen wie die Rücknahme des Wirtepatents folgen. Testkäufe werden sowohl von privaten Institutionen als auch von den Behörden durchgeführt.

Die Eidgenössische Zollverwaltung veröffentlicht jährlich einen Bericht über die Praxis der Alkoholtestkäufe in der Schweiz.

Ergebnisse 2019

Im Jahr 2019 wurden etwa 20,3 Prozent aller alkoholischen Getränke an Personen verkauft, die das gesetzlich festgelegte Mindestalter noch nicht erreicht hatten.

Dies bedeutet einen starken Rückgang der illegalen Verkäufe von 28,3 Prozent im Jahr 2018 auf 20,3 Prozent im 2019. Im Vergleich zu 2016 sind die illegalen Verkäufe sogar um ganze 10 Prozent zurückgegangen.

Jedoch sank die Zahl der in der Schweiz getätigten Testkäufe von 7926 im Jahr 2018 auf 6534 im Jahr 2019.

Die Ergebnisse variieren je nach Verkaufsstelle

Wie in den vergangenen Jahren gab es Unterschiede bezüglich den Verkaufsraten je nach Art der Verkaufsstelle, in der Alkohol abgegeben wurde. Tankstellen erzielten das beste Ergebnis. Hier wurden etwas mehr als 10 Prozent des verkauften Alkohols an Minderjährige abgegeben. Es folgen Restaurants, Kaffees, Ladenketten und grosse Pfändungskäufer mit einer Quote von etwa 20 Prozent illegaler Verkäufe. Die Anzahl der Verstösse ist und bleibt am höchsten bei Partys und Events sowie in Bars und Kneipen (über 30 Prozent illegaler Verkäufe von Alkohol).

…und nach Anzahl der Käufer

Darüber hinaus zeigt die Analyse der Ergebnisse zum einen, dass der Anteil der illegalen Verkäufe umso höher ist, je älter die Testkäufer sind. Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch eine interessante Entwicklung: Gruppen haben leichteren Zugang zu Alkohol als einzelne Käufer. So wurde beispielsweise einem 14-jährigen Testkäufer in 21,7 Prozent aller Fälle Alkohol verkauft, wenn er alleine war, jedoch in 28,5 Prozent aller Fälle, wenn er mit einer Gruppe von Kameraden zusammen einkaufte. Dasselbe gilt für alle Altersgruppen, die durch Testkäufer vertreten sind (13 bis 17-Jährige).

Leitfaden

Das Handbuch für Testkäufe dient als Standardwerk für die ganze Schweiz und enthält zahlreiche praktische Anleitungen. So verwenden Kantone, Gemeinden und NGOs die gleiche Basis für ihre Testkäufe und können die erhobenen Daten schweizweit vergleichen. Das Handbuch enthält die Konzepte und Grundlagen, die von den Organisationen im Präventionsbereich, den kantonalen Instanzen und dem Blauen Kreuz entwickelt wurden und sich bewährt haben.

Web-Plattform für die Erfassung der Daten

Die Plattform www.tkdb.ch basiert auf einem Modell des Blauen Kreuzes. Sie sorgt für eine koordinierte und einheitliche Erfassung der Daten in der ganzen Schweiz.

Mithilfe der Plattform können Fragebögen erarbeitet und Rubriken nach Zielgruppe ausgewählt werden. Die Plattform lässt sich auch für Testkäufe anderer Produkte wie Zigaretten oder Spiele nutzen. Die Daten sind in geschützten Bereichen abgelegt, sodass deren Sicherheit gewährleistet ist.

Kontakt

Abteilung Alkohol und Tabak

Eidgenössische Zollverwaltung
Abteilung Alkohol und Tabak
Sektion Alkoholmarkt und Werbung
Route de la Mandchourie 25
2800 Delémont

Tel.
+41 58 462 65 00
Fax
+41 58 463 18 28

khw@ezv.admin.ch

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