Warenanmeldung

Veranlagung von Handelswaren zur definitiven Einfuhr

Als Handelswaren gelten Waren, die für den Wiederverkauf oder für den gewerblichen Gebrauch - auch im eigenen Betrieb eines Reisenden bzw. eines Empfängers- bestimmt sind.

Waren, die zur endgültigen Einfuhr in das Schweizer Zollgebiet bestimmt sind, müssen einer Schweizer Zollstelle zugeführt und zur Zollveranlagung angemeldet werden. Neben der korrekt ausgefüllten Einfuhrzollanmeldung sind die Begleitdokumente (siehe unten) vorzulegen.

Anmeldepflichtige Person und somit Zollschuldner ist in erster Linie, der die Ware über die Grenze bringt (Warenführer) oder bringen lässt (Importeur, Empfänger, Versender, Auftraggeber).

Die Abfertigung von Handelswaren ist auf bestimmte Zollstellen beschränkt und nur während der Bürozeiten möglich (s. unten "Öffnungszeiten und Adressen der Schweizer Zollstellen").

Spediteure bieten Verzollungsdienstleistungen in Anwendung der geltenden internationalen Lieferklauseln (Incoterm-Bestimmungen) an.

Im Post- und Kurierverkehr erstellen die Transportunternehmen (Swisspost, TNT, DHL, UPS, Fedex usw.) die Zollanmeldung gegen Gebühr und stellen dann dem Empfänger eine Rechnung aus (je nach Vereinbarung) (s. a. Empfangen von Briefen und Paketen in der Schweiz).

Zollabgaben und andere Abgaben

Die Zollabgaben richten sich nach Art, Material, Beschaffenheit, Verwendung und Gewicht der Waren. Sie werden gestützt auf die Bemessungsgrundlage (in der Regel das Bruttogewicht) berechnet. Massgebend für die Berechnung der Zölle sind Zustand und Gewicht zum Zeitpunkt der Zollanmeldung. Das effektive Bruttogewicht (inkl. Transportverpackung) kann vom vermerkten Gewicht auf einem Lieferschein erheblich abweichen.

Wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind, können die Waren zollfrei oder zu reduzierten Ansätzen eingeführt werden (siehe unten "Freihandelsabkommen/Zollpräferenz").

Aus verwaltungsökonomischen Gründen werden Zollabgaben bis 5 Schweizerfranken nicht erhoben.

Ausser dem allfälligen Einfuhrzoll unterliegen die Waren der Mehrwertsteuer (siehe unten "Mehrwertsteuer auf der Einfuhr"). Für gewisse Waren fallen noch zusätzliche Abgaben an, wie Lenkungsabgaben (VOC, CO2), Tabaksteuer, Biersteuer, Mineralölsteuer usw.

Die Tarifnummern, aktuelle Zollansätze und Hinweise auf andere Abgaben (MWST, Lenkungsabgaben, Tabaksteuer, Biersteuer, Mineralölsteuer usw.) sowie Informationen zu Verboten, Beschränkungen oder Bewilligungspflichten finden Sie im Zolltarif - Tares unter www.tares.ch.

Bezahlung der Abgaben

Die Einfuhrabgaben müssen grundsätzlich direkt vor Ort in bar bezahlt werden.

Mit der Erledigung der Zollformalitäten beauftragte Verzollungsagenturen, Speditions- oder Logistikunternehmen entrichten in der Regel die Abgaben und stellen sie dem Auftraggeber anschliessend in Rechnung. Auf Bearbeitungsgebühren solcher Unternehmen haben wir keinen Einfluss. Klären Sie bereits vor der Einfuhr ab, wer mit der Verzollung beauftragt werden soll (s. z. B. Mitgliederliste SPEDLOGSWISS). Wir können Ihnen bezüglich Unternehmen oder Agenturen keine Empfehlungen abgeben.

Tätigen Sie regelmässig Einfuhren? Dann empfehlen wir Ihnen das zentralisierte Abrechnungsverfahren der Zollverwaltung (ZAZ). Details finden Sie unter dem Link: Zentralisiertes Abrechungsverfahren ZAZ.

Freihandelsabkommen/Zollpräferenz

Ursprungswaren aus Staaten, mit denen ein Freihandelsabkommen besteht, oder aus Entwicklungsländern, können Sie meist zollfrei oder zu reduzierten Ansätzen (Zollpräferenz) einführen. Der effektive Zollansatz ist im Zolltarif - Tares unter www.tares.ch für jedes Land ersichtlich. Für eine präferenzbegünstigte Einfuhr sind zwingend ein gültiger Ursprungsnachweis vorzulegen und ein entsprechender Präferenzantrag in der Zollanmeldung zu stellen. Fragen zur Ausstellung von Ursprungsnachweisen sind an die Behörden des Ausfuhrlandes zu richten.

Details finden Sie unter: Freihandelsabkommen und Entwicklungsländer.

Mehrwertsteuer auf der Einfuhr

Die Mehrwertsteuer (MWST) beträgt 7,7 % der Bemessungsgrundlage. Für gewisse Waren gilt ein reduzierter Steuersatz von 2,5 % (z. B. für Nahrungsmittel, Bücher, Zeitschriften oder Medikamente). Details finden Sie unter folgendem Link: MWST-Gesetz Art. 25.

Aus verwaltungsökonomischen Gründen werden Steuerbeträge bis 5 Schweizerfranken nicht erhoben. Dieser Steuerbetrag entspricht einer Bemessungsgrundlage von 65 Schweizerfranken beim MWST-Satz von 7,7 % oder 200 Schweizerfranken beim MWST-Satz von 2,5 %.

Bemessungsgrundlage ist in der Regel das Entgelt, das Sie für die Waren bezahlen oder bezahlt haben. Dies gilt auch für im Internet ersteigerte Waren. Basis bildet die Rechnung oder der Kaufvertrag. Andernfalls wird der Marktwert besteuert, z. B. bei Geschenken. Der Marktwert entspricht dem Betrag, den ein Käufer für die eingeführte Ware bezahlen müsste.

Ebenfalls zur Bemessungsgrundlage gehören alle Kosten bis zum Bestimmungsort in der Schweiz (z. B. Verpackungs-, Fracht-, Versicherungs- und Verzollungskosten) sowie die Einfuhrabgaben (z. B. Zollabgaben). Nicht zur Bemessungsgrundlage gehört die ausländische MWST, sofern sie vom Lieferanten auf der Rechnung oder dem Kaufvertrag aufgeführt wurde.

Preis- oder Wertangaben in ausländischer Währung werden in Schweizer Franken umgerechnet. Dazu wird der notierte Devisenkurs (Verkauf) des letzten Börsentags vor der Entstehung der Einfuhrsteuerschuld verwendet, in der Regel der Kurs des Vortags; Devisenkurse (Verkauf).

Fehlen Wertangaben oder werden diese Angaben bezweifelt, können wir den Warenwert schätzen.

Einfuhrbeschränkungen und Bewilligungen

Je nach Ware müssen Sie Bestimmungen beachten, welche nicht die Erhebung von Zollabgaben betreffen (so genannte nichtzollrechtliche Erlasse NZE) beachten. Bitte sorgen Sie bereits vor der Zollanmeldung für die notwendigen Bewilligungen. Informationen finden Sie im Zolltarif - Tares unter www.tares.ch.

Begleitdokumente

Für die Zollkontrolle legen Sie mit der Einfuhr-Zollanmeldung unaufgefordert die entsprechenden Begleitdokumente vor. Die wichtigsten Begleitdokumente sind Rechnungen, allfällige Ursprungsnachweise, Bewilligungen/Zeugnisse sowie amtliche Bestätigungen oder Analyse-Zertifikate. Je nachdem sind andere Frachtdokumente wie Lieferscheine, Ladelisten, Gewichtsausweise oder Veranlagungsinstruktionen hilfreich.

Erstellen der Zollanmeldung

Für die Erledigung der Zollformalitäten können Verzollungsagenturen, Speditions- oder Logistikunternehmen beauftragt werden. Klären Sie bereits vor der Einfuhr ab, wer die Verzollung durchführen soll (s. z. B. Mitgliederliste SPEDLOGSWISS).

Elektronische Zollanmeldung zur Einfuhrveranlagung

Die Zollanmeldung kann elektronisch mit dem Verzollungssystem e-dec Import eingereicht werden, wenn die anmeldepflichtige Person von der Oberzolldirektion zur elektronischen Zollanmeldung zugelassen ist. Informationen zur elektronischen Einfuhr-Zollanmeldung finden Sie unter folgenden Link: e-dec Import.

Als Ersatz für das Formulare 11.010 (Einfuhr), welches seit dem 01.01.2013 von uns nicht mehr akzeptiert wird, steht die Internetapplikation e-dec web zur Verfügung. Die Internetapplikation e-dec web kann über unsere Homepage aufgerufen werden, Link e-dec web.

Zollanmeldungen können ohne Registrierung erfasst werden. Die Nutzung der Applikation e-dec web ist kostenlos und steht grundsätzlich allen Zollbeteiligten offen.

Rückforderung der ausländischen Mehrwertsteuer

Wir können Ihnen die ausländische MWST nicht zurückerstatten.

Für Auskünfte über deren Rückforderung wenden Sie sich bitte an die entsprechende ausländische Zollbehörde oder lassen sie dies durch den ausländischen Lieferanten abklären.

Unsere Öffnungszeiten und Adressen

Bitte beachten Sie für die Zollanmeldung (Verzollung) von Handelswaren die Öffnungszeiten der Zollstellen. Zollanmeldungen sind von Montag bis Freitag während der Veranlagungszeiten möglich, einige Zollstellen haben zusätzlich am Samstagvormittag geöffnet. Die detaillierten Öffnungszeiten finden Sie im Dienststellenverzeichnis.

Ausländische Zollverwaltungen

Zu den ausländischen Vorschriften können wir Ihnen keine Auskünfte geben. Bitte erkundigen Sie sich bei der ausländischen Zollbehörde.

https://www.ezv.admin.ch/content/ezv/de/home/information-firmen/waren-anmelden/einfuhr-in-die-schweiz/warenanmeldung.html