Vorübergehende Einfuhr

Vorübergehende Einfuhr (ZAVV)
ZAVV = Verfahren der vorübergehenden Verwendung

Einfuhrabgaben sollen grundsätzlich nur für ausländische Waren erhoben werden, die endgültig in der Schweiz bleiben. Meistens ist die Abgabenerhebung nicht gerechtfertigt, wenn die eingeführten Waren nach vorübergehendem Gebrauch wieder ausgeführt werden. Für solche Fälle wurde das Zollverfahren der vorübergehenden Verwendung (ZAVV) geschaffen.

Das ZAVV-Verfahren ist grundsätzlich bewilligungspflichtig, in der Regel gilt die Annahme der Zollanmeldung durch die Zollstelle bereits als Bewilligung.

ZAVV-Formulare

Für die schriftliche Zollanmeldung verwenden Sie die Formulare 11.73 (PDF, 858 kB, 15.10.2010)(Sicherheitsleistung mit Bürgschaft) oder 11.74 (PDF, 856 kB, 15.10.2010)(Sicherheitsleistung mit Barhinterlage).

Bei der Wiederausfuhr verwenden Sie für den Abschluss des Verfahrens das Formular 11.87 (PDF, 769 kB, 15.10.2010) (siehe Beendigung des Zollverfahrens).

Für die Anmeldung von Messegut bei den Messe-Zollstellen Basel - St. Jakob, Zürich und Genf Palexpo kann eine vereinfachte Messe-ZAVV (Formular 11.75 (PDF, 49 kB, 27.06.2013)) verwendet werden.

Sicherheitsleistung

Die Zollstellen verlangen für das ZAVV-Verfahren eine Sicherheitsleistung (Depot) der Abgaben, in der Höhe wie sie bei der definitiven Einfuhr (Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr) zu erheben wären. Den Betrag können Sie durch Barhinterlage, Bürgschaft einer Zollagentur oder Hinterlage von Wertpapieren leisten.

Bei vollständiger und rechtzeitiger Wiederausfuhr aller Waren wird Ihnen die Hinterlage zurückerstattet bzw. die Bürgschaft entlastet.

Anwendungsbereiche

Fast alle Waren können mit dem ZAVV-Verfahren eingeführt werden, es muss sich jedoch von Beginn weg um Waren handeln, die lediglich vorübergehend in der Schweiz verwendet werden. Zudem muss die Identität festgehalten werden können. Wichtigste Warenkategorien beim ZAVV-Verfahren sind Berufsausrüstung, Ausstellungs- und Messewaren, bestimmte Beförderungsmittel (z. B Rennmotor-Fahrzeuge oder Schiffe) und Umschliessungen.

Mit Ausnahme des Gebrauchs und von Massnahmen zur Warenerhaltung sind keine Warenveränderungen erlaubt, Für defekte Waren, die zur Reparatur eingeführt werden, dürfen Sie kein ZAVV-Verfahren beantragen. Verwenden Sie dazu das Zollverfahren der aktiven Veredelung. Informationen finden Sie unter folgendem Link: Veredelungsverkehr.

Carnet ATA

In bestimmten Fällen können Sie auch ein Carnet ATA als Zollanmeldung vorlegen. Beim Carnet ATA gelten besondere Bestimmungen; lesen Sie mehr dazu auf dieser Seite: Carnet ATA.

Dauer der vorübergehenden Verwendung

Das ZAVV-Verfahren ist grundsätzlich auf zwei Jahre beschränkt.

Wünschen sie eine Fristverlängerung, ist das ZAVV-Verfahren höchstens drei Mal um je ein Jahr verlängerbar. Sie müssen die Verlängerung schriftlich und vor Ablauf der Gültigkeitsfrist bei der Zollstelle beantragen, die das ZAVV-Verfahren vorgenommen hat.

Bei Waren, deren vorübergehende Verwendung über zwei Jahre dauert, werden die Zollabgaben ab dem 25. Monat für jeden Monat (auch den angefangenen) auf 3 % des Betrages festgesetzt, den Sie bei einer definitiven Einfuhrveranlagung bezahlen müssten.

Für Pferde gelten Sonderregelungen, Informationen finden Sie unter dem Link: Pferde: Vorübergehende Einfuhr

Ein- oder mehrmaliger Grenzübertritt

Das ZAVV-Verfahren wird in der Regel für eine Einfuhr und die Wiederausfuhr ins Ausland verwendet. Teilausfuhren (Abschreibungen) sind möglich. Pferde, Warenmuster und Beförderungsmittel können Sie wiederholt über die Grenze führen, wenn Sie dies entsprechend beantragen.

Spezialfall: «Waren zum ungewissen Verkauf»

Bei Waren «zum ungewissen Verkauf» können Sie das ZAVV-Verfahren nur beantragen, wenn der Eigentümer der Ware eine im Ausland domizilierte Person/Unternehmung ist. Ist der Eigentümer in der Schweiz ansässig, muss die Zollkreisdirektion seines Wohnkantons die Veranlagung bewilligen: Zolldirektionen.

Mehrwertsteuer

Auf der Entschädigung für den Gebrauch der Waren (Entgelt/Miete) müssen Sie die Mehrwertsteuer bezahlen. Die Besteuerung erfolgt bei der Beendigung des Zollverfahrens (Entgeltsbesteuerung).

Wird keine oder eine ermässigte Entschädigung berechnet, ist für die Besteuerung der Marktwert massgebend, der bei einem identischen Geschäftsfall einem unabhängigen Dritten berechnet würde. Weitere Informationen zur MWST finden Sie unter folgendem Link: Mehrwertsteuer.

Beendigung des Zollverfahrens

Bei der Beendigung des ZAVV-Verfahrens wird die Ware wieder ins Ausland ausgeführt. Den so genannten Abschluss beantragen Sie bei der Ausfuhr-Zollstelle. Verwenden Sie dazu das Formular 11.87, Zollanmeldung „Vorübergehende Verwendung / Abschluss" und legen Sie auch Ihren Original-Abschnitt des Formulars 11.73 bzw. 11.74 vor.

Bleiben Waren definitiv in der Schweiz (im zollrechtlich freien Verkehr) müssen Sie diese zur Einfuhr anmelden.

Hinweise

Das ZAVV-Verfahren erlaubt Ihnen zwar Abgaben zu sparen, ist jedoch mit aufwändigen Überwachungsmassnahmen verbunden. Je nachdem fällt die definitive Einfuhr mit der endgültigen Bezahlung der Einfuhrabgaben für Sie günstiger aus.

Ein Blick in die Zukunft
Das ZAVV-Verfahren wird heute noch mit Formularen abgewickelt. Dies wird sich aber bald ändern, da wir das ZAVV-Verfahren in unsere Frachtapplikation "e-dec" integrieren. Ab diesem Zeitpunkt müssen Sie Zollanmeldungen für die vorübergehende Verwendung via e-dec elektronisch einreichen.

https://www.ezv.admin.ch/content/ezv/de/home/information-firmen/waren-anmelden/einfuhr-in-die-schweiz/voruebergehende-einfuhr.html