Von Adventskalendern für Hunde, Verlobungsringen für Weihnachten und Gletschereis für den Neujahrsempfang

Der Zoll erhält jeden Tag Dutzende Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern aus dem In- und Ausland, die wissen möchten, was sie bei der Ein- und Ausfuhr von Waren beachten müssen. Forum Z. hat eine Auswahl von Schreiben zusammengestellt – frei nach dem Motto «Es gibt nichts, was es nicht gibt».

02.12.2019, gesammelt von Roman Dörr, Zollexperte, Zollinspektorat Pratteln   

weihnächtliches Symbolbild
© Marina Khrapova / Unsplash

Adventskalender für Hunde

«Ich möchte unseren Freunden im Wallis einen Adventskalender mit „Leckerlis" (Trockenfutter mit Fleischbestandteilen) für ihre Hunde per Post zusenden. Was habe ich zu beachten, beziehungsweise wie müsste ich das Paket versenden und deklarieren? Ist es abgabenfrei, wenn ich es an Waldo, Fifi und Trixi adressiere?»

Das gilt: Wir mögen Hunde, aber Waldo, Fifi und Trixi sind leider keine zulässigen Adressaten. Wir gehen davon aus, dass das Paket von Privatperson an Privatperson verschickt wird. Beim Versand per Post gilt für Geschenke eine Wertfreigrenze von 100 Franken. Für alles, was mehr Wert hat, muss auf die ganze Sendung die Mehrwertsteuer bezahlt werden.

Möchten Sie fleischhaltige Produkte aus einem Nicht-EU-Land in die Schweiz senden, gelten strengere Bestimmungen. Informieren Sie sich dazu beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Lebensmittel im privaten Reiseverkehr.

Wertermittlung bei Weihnachtsguetzli

«Wir möchten der Familie unseres Sohnes in Bern zu Weihnachten ausser einigen Geschenken auch selbstgebackene Weihnachtsplätzchen schicken. Wie soll ich den Wert ermitteln, der bei der Verzollung zugrunde gelegt wird?»

Das gilt: Selbstgemachte Weihnachtsgeschenke sind eigentlich unbezahlbar. Für den Zoll reicht es, wenn Sie den Wert der Weihnachtsguetzli durch das Zusammenzählen der verschiedenen Zutatenpreise errechnen. Beim Versand per Post gilt auch hier die Wertfreigrenze von 100 Franken. Kosten die Guetzli und Geschenke zusammen mehr, fällt die Mehrwertsteuer an.

Paketsuche

«Wie jedes Jahr habe ich vor Weihnachten ein Geschenkpäckchen per Kurierdienst an eine Freundin in der Schweiz geschickt. Die letzten Male ist stets alles angekommen, aber diesmal leider nicht. Nun wollte ich bei Ihnen nachfragen, ob mein Paket vielleicht irgendwo beim Zoll liegt?! Können Sie mir bitte helfen? Es wäre toll, wenn Sie es finden und mir zuschicken würden.»

Das gilt: Wir wissen leider auch nicht, wo Pakete Ihrer Freunde, Verwandten usw. sind. Nicht, weil wir diese so häufig verlieren würden – sondern weil der Schweizer Zoll keine Pakete lagert. Für den Versand und Verbleib von Paketen ist die Post oder der beauftragte Kurierbetrieb zuständig. Übrigens: Auch falls Sie beim Tracking den Vermerk «Das Paket liegt beim Zoll» sehen, heisst das nicht, dass wir Ihr Geschenk beschlagnahmt oder einbehalten haben. Das bedeutet nur, dass sich Ihr Paket vermutlich im Lager des Transportunternehmens befindet, noch verzollt und dann ausgeliefert werden muss.

Verlobung an Weihnachten

«Ich möchte mich an Weihnachten mit meiner Freundin verloben und habe dafür zwei Ringe bei einem französischen Juwelier gekauft. Allerdings weiss sie noch nichts davon, dass ich um ihre Hand anhalten werde. Bekomme ich die Zoll- und Mehrwertsteuerabgaben zurückerstattet, falls sie „nein“ sagt und ich die Ringe wieder zurückbringen muss?»

Das gilt: Wir hoffen, sie sagt ja. Falls nicht und Sie die Ringe wieder nach Frankreich zurückbringen, können Sie diese ganz unromantisch als ausländische Rückwaren verzollen. Sie erhalten dann die Zollabgaben und Mehrwertsteuer zurück. Informieren Sie sich auch bei den Zollbehörden von Frankreich über deren Wiedereinfuhrbedingungen.

Raclette-Käse fürs Fest

«Ich reise demnächst nach Deutschland, wohin ich einen Raclette-Käse fürs Fest zu Freunden mitbringen möchte. Der Laib wiegt ungefähr viereinhalb Kilogramm und ist bereits angeschnitten. Zusätzlich nehme ich einen gebrauchten Raclette-Ofen mit. Dieser geht wieder zurück, was beim Käse hoffentlich nicht mehr der Fall sein wird… Habe ich für die vorübergehende Ausfuhr zu privaten Zwecken einen Beleg auszustellen? Sind Ofen und Käse bei der Ausfuhr anzumelden oder kann ich alles einfach „so“ mitnehmen?»

Das gilt: Zumindest was die Ausfuhr des Käses angeht, müssen Sie ihn weder beim Schweizer Zoll anmelden noch etwas dafür bezahlen. Auch den Raclette-Ofen können sie einfach so mitnehmen. Sollte er sehr wertvoll oder brandneu sein (oder dank Ihrer intensiven Pflege noch so aussehen), empfehlen wir Ihnen, ihn bei einem besetzten Grenzübergang zur vorübergehenden Ausfuhr anzumelden. Verlangen Sie dafür eine Vormerkscheinveranlagung und bringen Sie am besten einen Verkaufsbeleg oder Einfuhrzollquittung mit. So können Sie bei der Wiedereinreise allfällige Probleme und Diskussionen vermeiden. Informieren Sie sich sowohl für den Käse wie auch den Raclette-Ofen zusätzlich bei den Zollbehörden Ihres Ziellandes zu den temporären Einfuhrbestimmungen.

Gletschereis für den Neujahrsempfang

«Für den Neujahrsempfang unseres Hotels haben wir uns etwas Spezielles ausgedacht: Wir wollen zum Kühlen der Getränke echtes Eis vom Gornergrat verwenden, das uns Freunde in Kühlboxen aus dem Wallis mitbringen wollen. Ist es erlaubt, Schweizer Eis und Schnee nach Österreich zu exportieren?»

Das gilt: Erlaubt ist es – aber vermutlich mit mehr Aufwand verbunden, als Sie erwarten würden. Da das exklusive Schweizer Eis vom Gornergrat an das Hotel geht, nicht an eine Privatperson, gilt das Eis in diesem Fall als Handelsware, nicht als Privatware. Deshalb muss es im Verzollungssystem e-dec zur Ausfuhr angemeldet werden. Hinzu kommen die Bestimmungen des Ziellandes – hier Österreich –, über die Sie sich informieren müssen.

Das Redaktionsteam Forum Z. wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachtsfesttage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

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