Endstation Zoll: Aufgriffe an der Grenze

Drogen, Waffen, Lebensmittel und oft auch Kurioses: Täglich greifen die Mitarbeitenden der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) an der Grenze Personen auf, die versuchen, Waren in die oder aus der Schweiz zu schmuggeln oder andere Delikte begehen. Das sind einige der Fälle, mit denen es die Mitarbeitenden in den letzten Monaten zu tun hatten.

12.07.2019, Medienstelle EZV

Zerstückeltes Schlangenfleisch im Koffer

Flughafen Zürich (ZH): Eine in der Schweiz wohnhafte Kamerunerin ist nach einem Besuch in der Heimat mit sogenanntem Bushmeat in die Schweiz zurückgekehrt. Bei der Zollkontrolle am Flughafen Zürich fanden Mitarbeitende der EZV im Gepäck der Frau Schlangen- und Schuppentierfleisch. Bei der Befragung gab sie an, dass alles Fleisch aus Kamerun stamme und für den persönlichen Gebrauch gedacht sei. Zum Glück – die Frau arbeitet in der Schweiz nämlich in einer Fastfood-Kette.

Wer das Fleisch von wildlebenden Tieren in die Schweiz einführt, verstösst sowohl gegen seuchenpolizeiliche Vorschriften wie auch gegen Artenschutzbestimmungen. Die Frau muss deshalb mit einem Strafverfahren rechnen.

Bushmeat
Das sichergestellte Bushmeat.

Kreditkartenbetrüger angehalten

Basel-St. Louis: Am Donnerstag, 28. März 2019, kontrollierten EZV-Mitarbeitende an der Zollstelle Basel-St.Louis/Autobahn einen bulgarischen Sattelschlepper, welcher von Spanien kommend über Frankreich in die Schweiz einreisen wollte. In der Führerkabine fanden sie ein Kartenkopiergerät und Blanko-Kreditkarten – typische Hilfsmittel für sogenanntes Skimming. Beim Skimming werden illegal Kartendaten erlangt, indem Daten von Magnetstreifen ausgelesen und auf gefälschte Karten kopiert werden. Mit der gefälschten Karte erfolgt dann ein Geldbezug oder eine Bezahlung zulasten des rechtmässigen Karteninhabers. Der Chauffeur wurde zudem positiv auf Drogen getestet. Er führte knapp fünf Gramm Kokain und einen bewilligungspflichtigen Teleskopschlagstock mit sich.

Die illegalen Gegenstände wurden beschlagnahmt. Gegen den bulgarischen Chauffeur wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Skimming
Hilfsmittel für sogenanntes Skimming: Kartenkopiergerät und Blanko-Kreditkarten.

Der vergessene Koffer

Genf (GE): Am Dienstag, 27. November 2018, kurz nach 12.30 Uhr übergab ein SBB-Mitarbeiter der Zollstelle Bahnhof Cornavin ein Gepäckstück, das in einem TGV aus Paris liegen geblieben war. Die Untersuchung mit dem Röntgengerät wies auf einen verdächtigen Inhalt hin. Tatsächlich entdeckte das Zollpersonal im Innern des Koffers 7,9 Kilogramm in Säckchen verpacktes Marihuana. In der Zwischenzeit hatte auch der Besitzer seinen Verlust bemerkt – denn kurz nach dem Fund benachrichtigte die SBB die Zollstelle, ein Kunde habe sich bezüglich. des vergessenen Koffers gemeldet. Er wolle diesen später abholen. Um 13.45 Uhr kam ein 60-jähriger Spanier in Begleitung eines improvisierten Dolmetschers zum Grenzübergang im Bahnhof. Der Mann beschrieb Art und Farbe des Koffers und bestätigte, dass er der Besitzer des fraglichen Gegenstands war.

Die Zollmitarbeitenden übergaben den Mann der Kantonspolizei, zusammen mit dem Marihuana.

Marihuana
Ungewöhnliches Gepäck: 7,9 Kilogramm Marihuana

Schlepper mit 26 Migranten an Bord

Capolago (TI): Im Rahmen einer Operation des Grenzwachtkorps wurden am Morgen des 21. März 2019 kurz nach 7.00 Uhr in Capolago vier Schlepper angehalten. Die Männer waren in drei Fahrzeugen (darunter ein Lieferwagen) auf der Autobahn A2 von Italien nach Norden unterwegs und hatten insgesamt 26 Migranten an Bord. Für die weiteren Ermittlungen kam die spezialisierte Anti-Schlepper-Gruppe (GIRP) zum Einsatz. Diese Gruppe setzt sich aus Angehörigen von Kantonspolizei, des Grenzwachtkorps sowie des Fedpol zusammen.

Der Tatverdacht gegen die vier Männer lautet auf schweren Verstoss gegen das Ausländergesetz beziehungsweise auf bandenmässig und in Bereicherungsabsicht begangene Beihilfe zur illegalen Einreise. Die Untersuchung wird vom Tessiner Generalstaatsanwalt Arturo Garzoni koordiniert.

Unterwegs mit 19 Kilogramm Kokain

San Pietro di Stabio (TI): Am frühen Morgen des 23. Aprils 2019 wurde am Zollübergang San Pietro di Stabio ein Auto mit deutschem Kennzeichen auf dem Weg nach Italien angehalten. Im Wagen befanden sich zwei albanische Staatsangehörige – der 33-jährige, in Varese wohnhafte Fahrer und seine 22-jährige Beifahrerin aus Albanien. Bei der gründlichen Durchsuchung des Autos entdeckten die Grenzwächter einen Behälter, der 17 Packungen mit insgesamt über 19 Kilogramm Kokain enthielt.

Der Tatverdacht lautet auf schweren Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Untersuchung wird von der Tessiner Staatsanwaltschaft koordiniert.

Drogenversteck in Fahrzeugen
Schmuggler sind kreativ, wenn es um das Verstecken von Drogen in Fahrzeugen geht.

Weitere Informationen

Die regionalen Medienmitteilungen berichten regelmässig über die Aufgriffe der EZV.

https://www.ezv.admin.ch/content/ezv/de/home/dokumentation/publikationen/forum-z---das-magazin-des-schweizer-zolls/nah-dran/aufgriffe-an-der-grenze.html