Oh Tannenbaum...

Über 5500 Tonnen Weihnachtsbäume und Tannenzweige im Wert von fast 8 Millionen Franken sind letztes Jahr in die Schweiz importiert worden. Die meisten davon aus Dänemark.

13.12.2019, Alexandra Lehnmann, Sektion Statistik

Das Weihnachtsfest naht und in vielen Schweizer Haushalten schmückt bereits der alljährliche Christbaum das Wohnzimmer. Die traditionelle Nachfrage nach Nadelbäumen bestätigt sich alle Jahre wieder aufs Neue. Wie die Schweizerische Aussenhandelsstatistik aufzeigt, stammen die Bäume nicht nur aus inländischen Forstbetrieben:

Importe von Weihnachtsbäumen und Tannezweigen nach Ländern

Die importierten Christbäume stammen grösstenteils aus dem (hohen) Norden. 2018 kamen mengenmässig zwei Drittel der eingeführten Weihnachtsbäume und Tannenzweige aus Dänemark. Deutschland belegte mit deutlichem Rückstand und gerade mal 18 Prozent den zweiten Platz. Aus Belgien und Frankreich wurden 9 beziehungsweise 2 Prozent in die Schweiz geliefert.

Die Lieferungen aus Dänemark waren mit einem durchschnittlichen Wert von 1,41 Schweizer Franken pro Kilogramm am teuersten. Die Mittelwerte der Bäume aus Deutschland, Belgien und Frankreich beliefen sich im Vergleich lediglich auf 1,29, 1,19 und 1,17 Franken pro Kilogramm.

Spitzenmonat November

Wenig überraschend werden Weihnachtsbäume und Tannenzweige hautsächlich in den Monaten Oktober, November und Dezember importiert. So machen diese drei Monate im Schnitt 99 Prozent der jährlichen Einfuhrmenge aus. Ihren Höhepunkt haben die Einfuhren jeweils im November. In diesem Monat werden durchschnittlich etwa 60 Prozent der jährlich importierten Menge in die Schweiz geliefert (Zeitraum 2000-2018).

Die Preise purzeln seit 2009

Entwicklung der Importe von Weihnachtsbäumen und Tannenzweigen

2018 wurden über 5520 Tonnen Weihnachtsbäume und Tannenzweige mit einem Wert von etwa 7,7 Millionen Franken importiert. Während die importierte Menge in den letzten Jahren relativ beständig geblieben ist, haben die Einfuhren wertmässig seit 2009 abgenommen. Der Mittelwert der eingeführten Weihnachtsbäume betrug 2009 noch 2,19 Franken pro Kilogramm und im vergangenen Jahr nur noch 1,39 Franken. Die durchschnittlichen Preise beim Grenzübertritt sind also seit 2009 kontinuierlich zurückgegangen und insgesamt um mehr als einen Drittel gesunken.  

Durchschnittliche Preisentwicklung der Importe von Weihnachtsbäumen und Tannenzweigen

Der wertmässige Rückgang der Importe ist grösstenteils auf den Preisrückgang der importierten Bäume zurückzuführen. Betrachtet man den Zeitraum zwischen 2012 und 2018, sind die Einfuhren wertmässig um einen Drittel gesunken, während die importierte Menge lediglich um 7 Prozent zurückgegangen ist.

Bevölkerungswachstum verschärft die rückläufige Tendenz

Stellt man die Entwicklung der Importzahlen ins Verhältnis zum Bevölkerungswachstum, fällt die Reduktion der importierten Menge seit 2012 doppelt so hoch aus. Die Anzahl Schweizer Haushalte ist in diesem Zeitraum von circa 3,5 auf 3,8 Millionen angestiegen (siehe Bundesamt für Statistik). Pro Haushalt wurden 2012 noch 1,7 Kilogramm Weihnachtsbäume und Tannenzweige importiert, im vergangenen Jahr waren es nur noch 1,5 Kilogramm. Dies entspricht einem Rückgang der importierten Menge pro Haushalt um 14 Prozent. Die Importmenge pro Haushalt ist also doppelt so schnell gesunken wie die gesamte eingeführte Menge.

Grafik Import Tannenbäume

Dabei bleibt jedoch offen, ob wirklich 7 beziehungsweise 14 Prozent weniger Bäume in die Schweiz importiert wurden. Die gesunkene Importmenge in Kilogramm sagt nichts über die Stückzahl aus und könnte auch auf eine Tendenz zu kleineren und leichteren Bäumen hinweisen. Das Ausweichen auf einheimische Christbäume, Kunst- oder Mietbäume wäre ein weiterer Erklärungsansatz für die rückläufige Einfuhrmenge.

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