Ausbildung

Die Ausbildung zur Grenzwächterin bzw. zum Grenzwächter dauert drei Jahre (Basis- und Weiterbildung). Sie ist modular aufgebaut, mit modernen Lehr- und Lernformen wie dem «Learning Management System».

Die theoretische Ausbildung findet auf unserem EZV Campus in Liestal BL statt. Die praktische Ausbildung findet in der Region statt, der Sie zugeteilt sind. Die Ausbildungen beginnen jeweils im Januar und Juli.

Basisausbildung (1. Dienstjahr)

1.1 Organisation und Inhalte

Die Basisausbildung im ersten Jahr besteht aus Theoriemodulen und praktischen Einsätzen an der Grenze. Die Theoriemodule werden durch Grenzwachtinstruktoren betreut.

Die praktische Ausbildung (Handlungskompetenz) findet auf den Dienststellen statt. Diese wird durch praxiserprobte Grenzwacht-Ausbildungscoachs betreut.

In der Basisausbildung werden schwergewichtig folgende Bereiche ausgebildet:

  • Grenzwachtdienst
  • Zolldienst
  • Recht
  • Kriminalistik
  • Fahndung
  • Dokumentenprüfung
  • Schiessen
  • Sicherheit und Interventionstechnik
  • Psychosoziale Kompetenzen
  • Sport

Wer im 1. Dienstjahr alle Module und Fachprüfungen erfolgreich abgeschlossen hat und die Voraussetzungen der Promotionsordnung erfüllt, wird zur eidgenössischen Berufsprüfung «Grenzwächterin/Grenzwächter mit eidgenössischem Fachausweis» zugelassen. Diese wird in Form der praktischen Berufsprüfung durchgeführt.

Weiterbildung (2. und 3. Dienstjahr)

Das nötige Wissen und Können ist umfangreich und kann in einem Jahr nicht abschliessend erworben werden. Daher wird das Erlernte nach der Basisausbildung im 2. und 3. Dienstjahr mit weiteren Modulen vertieft. Gleichzeitig werden Neuerungen vermittelt. Sie werden in dieser Phase mindestens in zwei Verkehrsarten (Flughäfen, Bahn, mobile Patrouillen) eingesetzt.

In der Weiterbildung werden schwergewichtig folgende Bereiche ausgebildet:

  • Suche und Rettung
  • Dokumentenprüfung
  • Kriminalistik
  • Ordnungsdienst
  • Einsatztaktik

Erst nach dem Bestehen der Module in der Weiterbildung im 2. bzw. 3. Dienstjahr ist die Ausbildung zur Grenzwächterin bzw. zum Grenzwächter abgeschlossen. Danach finden aber nach wie vor Aus- und Weiterbildungen statt.

Ziel der Ausbildung

Die Ausbildung zur Grenzwächterin bzw. zum Grenzwächter legt den Grundstein für die berufliche Tätigkeit und befähigt Sie, das Erlernte im täglichen Dienst praktisch umzusetzen sowie zeitgemäss und bedarfsgerecht zu arbeiten. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und dann etwas für Sie, wenn Sie ein klares Ziel haben und bereit sind, Ihre Leistung zu erbringen.  

Vereidigung

Wenn Sie die Berufsprüfung bestanden haben, werden Sie feierlich vereidigt. Die Pflicht, einen Amtseid oder ein Amtsgelübde abzulegen, steht in Zusammenhang mit den umfassenden Kompetenzen von Angehörigen des Grenzwachtkorps. Als Träger des staatlichen Gewaltmonopols sind Grenzwächterinnen und Grenzwächter mit umfassenden Befugnissen ausgestattet, die auch die Anwendung von polizeilichen Zwangsmassnahmen mit einschliessen. Daher haben Sie die Ihnen übertragenen Arbeiten mit Sorgfalt auszuführen und die berechtigten Interessen des Bundes zu wahren. Sie haben sich Ihres Amtes als würdig zu erweisen. Nicht nur innerhalb, sondern auch ausserhalb des Dienstes.

Diese Treuepflicht sichert die Funktionstüchtigkeit der öffentlichen Verwaltung. Sie ist zudem die Garantie, dass das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat nicht untergraben wird.

Die Vereidigung auf eine gewissenhafte Pflichterfüllung hin ist somit nicht nur eine Vorgabe des Parlaments oder ein zeremonieller Akt. Sie ist vor allem auch eine moralische Verpflichtung. Eine Verpflichtung die für so bedeutend erachtet wird, dass eine Verweigerung des Amtseides oder des Amtsgelöbnisses automatisch den Verzicht auf das Amt bedeutet, also die Kündigung oder den Verzicht auf die Funktion.

Das Bundesrecht kennt auch die Vereidigung der Mitglieder der Bundesversammlung, des Bundesrates und der Bundeskanzlerin, des Generals sowie der Richterinnen und Richter des Bundesgerichts, des Bundesverwaltungsgerichts, des Bundespatentgerichts und des Bundesstrafgerichts.

Amtseid/Amtsgelübde

Statt des Eides kann auch das Gelübde abgelegt werden. Beide sind vor dem Gesetz gleichwertig.

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