«Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist das Smile»

Am Freitag, 22. Juni 2018, wurden im Berner Münster 10 Aspirantinnen und 42 Aspiranten zu Grenzwächterinnen und Grenzwächtern befördert. Bundesrat Ueli Maurer und Christian Bock, Direktor der Eidgenössischen Zollverwaltung, thematisierten in ihren Ansprachen das Smile und das Fehler machen.

27.06.2018, Alex Josty  

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Der Chef des Grenzwachtkorps, Brigadier Jürg Noth, hiess die 52 Aspirantinnen und Aspiranten im Grenzwachtkorps herzlich willkommen. Er zeigte ihnen die Bedeutung der Zugehörigkeit zum GWK auf: «Mit dem Leisten des Eids oder des Gelübdes bekennen Sie öffentlich und feierlich die Treue zur Schweiz und zur Bevölkerung». Damit verbunden seien aber Verpflichtungen. So muss jede und jeder flexibel bleiben, um bei den anstehenden Veränderungen einen persönlichen Beitrag zu leisten. Unverändert bleibe jedoch auch in Zeiten des Wandels der Auftrag, nämlich für umfassende Sicherheit zu sorgen.

«Machen Sie Fehler, ärgern Sie sich und reden Sie darüber!»

EZV-Direktor Christian Bock forderte die neuen Grenzwächterinnen und Grenzwächtern auf, den Tag in vollen Zügen zu geniessen, weil heute ihr Tag sei. Anschliessend griff er das Thema «Fehler» auf und erinnerte, dass diese erforderlich seien, um Erfolg zu haben. Will man zu sich selber ehrlich sein, soll man sich über Fehler ärgern und bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Wenn man über Fehler rede – was beileibe nicht einfach sei – vermeide man, diese nochmals zu machen. Der Direktor motivierte die Anwesenden, nach einem Fehler selbstbewusst weiterzumachen. Fehler sollen bewusst genutzt werden, wie das u.a. bei der Erfindung des Dynamits, der Mikrowelle und des Post-It geschehen sei. Der Klebstoff auf den bekannten farbigen Zetteln sollte ursprünglich ein Superklebstoff werden, die Produktion ging jedoch schief. «Arbeiten Sie mit Leidenschaft, entwickeln Sie eine Passion für Ihren Beruf und unsere EZV und machen Sie Fehler!» gab Christian Bock den Anwesenden mit auf den Weg. Abschliessend wünschte er sich, dass die neuen Grenzwächter von jetzt an beim Aufkleben eines Post-It stets an seine Worte denken sollen.

«Ich bin sehr stolz, denn ich bin jetzt Grenzwächterin und nicht mehr Aspirantin!»

Einen Rückblick auf die Ausbildung schilderten drei Teilnehmende aus jedem Landesteil. Clarissa Taiana aus dem Tessin zeigte sich besonders stolz, dass sie nun den Begriff «Aspirantin» streichen und endlich sagen könne: «Ich bin eine Grenzwächterin». In ihrem Ausbildungsjahr hätten sie nicht nur als Einzelpersonen viel gelernt, sondern seien auch als Gruppe zusammengewachsen: «Wir haben gemerkt, dass man als Team am meisten erreicht, wenn nicht alle gleich denken, sondern man die Qualitäten jedes einzelnen miteinbezieht, um gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten.» Alexandra Högger aus der Deutschschweiz sind das Ausdauervermögen und die Selbstdisziplin in Erinnerung geblieben, sei dies in der Turnhalle oder auf der Schulbank. Geprägt hat sie das Ausbildungsmodul «Sicherheit und Interventionstechnik», bei dem es u.a. um Gefahr, Respekt und Verhältnismässigkeit ging. Der Walliser Alexandre Monney erzählte von der anfänglichen Unsicherheit und den Befürchtungen, als er alleine in Liestal eintraf. In der Ausbildung lerne er rasch Verantwortung zu übernehmen, Wissen aufzubauen aber auch Pünktlichkeit. Parallel entwickelten sich die Kameradschaft und der Teamgeist, die vergleichbar mit dem Verhalten eines Wolfs seien: Oft ist er alleine, auf die Jagd geht er jedoch im Rudel. Er schloss mit den Worten von Henry Ford: «Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg.»

«Ich stehe immer hinter Ihnen. Wenn es jedoch nötig sein sollte, stelle ich mich vor Sie»

Bundesrat Ueli Maurer gratulierte den neuen Grenzwächterinnen und Grenzwächtern. Für ihn sei eine Vereidigung immer eine grosse Ehre. Er sei stolz und es berühre ihn, wenn er junge Leute antreffe, die mit grosser Passion ihren Beruf und ihr Leben gestalten. Er dankte den Familien, Partnerinnen und Partner für die Geduld, die diese als Angehörige von Grenzwächtern haben müssen. Der Bundesrat erinnerte sich an seine Mathematiklehrerin, die erklärte, dass der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten eine Gerade sei. Dies stimme im logischen Sinn, doch bei Menschen sei der kürzeste Weg das Smile, das Lächeln. Es eröffne einen guten Zugang zu Menschen und wirke entspannend. Er forderte die neuen Grenzwächterinnen und Grenzwächter auf, die richtige Balance zwischen der Geraden, dem logischen Denken, und dem Smile zu finden. Ueli Maurer manifestierte seinen Stolz mit seinem Schlusswort: «Ich stehe immer hinter Ihnen. Wenn es jedoch nötig sein sollte, stelle ich mich vor Sie».

Für den musikalischen Rahmen der feierlichen Vereidigung sorgten die Musiker der «Fanfare de la Police Cantonale Jurassienne» unter der Leitung von Rodrigo Carneira da Silva.

Impressionen der Vereidigungsfeier

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