Die Zollabfertigung von Waren, das sogenannte Cargo Processing, gehört zum Kerngeschäft der Eidg. Zollverwaltung. Ihre Dienstleistungen in diesem Bereich müssen sich einerseits am Kunden orientieren. Andererseits gilt es, den Aufwand, um diese Dienstleistungen anbieten zu können, möglichst gering zu halten ohne dabei die Zollsicherheit zu vernachlässigen.
Politische, rechtliche, technologische und wirtschaftliche Entwicklungen vergangener Jahre haben dazu geführt, dass die Eidg. Zollverwaltung zur Zeit über eine sehr breite Palette an Produkten verfügt, die alle das gleiche Ziel verfolgen, nämlich die Zollabfertigung von Waren. Dazu gehören verschiedenartige, formularbasierte, wie auch IT-gestützte Lösungen für den Import, den Transit und den Export von Waren.
Diese Vielzahl an Cargo Processing Produkten führt zunehmend zu einem Dienstleistungsangebot, das sowohl kundenseitig, wie auch verwaltungsintern als zu breit und unklar wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass es sich bei den angebotenen Cargo Processing Produkten häufig um isolierte Lösungen handelt, die zu wenig aufeinander abgestimmt sind. Dies führt bei allen Beteiligten zu Effizienzeinbussen bzw. Mehraufwand.
Ziel
e-dec soll der genannten Problematik entgegenwirken. Mit e-dec entwickelt die Eidg. Zollverwaltung ein zentrales Cargo Processing Produkt, welches bestehende Produkte wie beispielsweise das elektronische Zollabfertigungssystem M90 oder das formularbasierte Transitverfahren nach und nach ablösen wird.
e-dec ist modular aufgebaut. Dadurch will die Eidg. Zollverwaltung in Zukunft dem Kunden die Möglichkeit bieten, Import-, Transit- und Exportwaren nach weitgehend einheitlichen Richtlinien auf elektronischem Weg abzufertigen. Auf diese Weise entstehen beidseitig einheitlichere und schlankere Prozesse, was im Endeffekt zu Kosteneinsparungen führen wird.
Wie entsteht e-dec?
e-dec ist das Ergebnis aus zwei Projekten der Eidg. Zollverwaltung. Dabei handelt es sich um die Projekte mit den Bezeichnungen IgVV und RM90. Das e-dec Modul Import wird im Rahmen des Projekts RM90 entwickelt. Das Projekt IgVV deckt die Module Transit und Export ab. Vor- und Nachlaufprozesse werden je nach Sachverhalt von Mitarbeitenden aus dem Projekt RM90 oder IgVV bzw. gemeinsam erarbeitet.
Benefits
Für Kunden
- Unterstützung mehrerer Nachrichtenstandards
- je Einfuhrzollanmeldung bis zu 99999 Tarifnummernzeilen möglich
- verbesserter Einbezug verschiedener Abfertigungsarten wie beispielsweise Tabak oder Reparaturverkehr
- aussagekräftigere Fehlermeldungen bei Plausibilitätsfehlern
- umfassendere Angaben bezüglich Abgaben und Kontrollen in der elektronischen Antwort auf erfolgreich übermittelte Einfuhrzollanmeldungen
- Generierung von Einfuhrliste und Bezugsschein durch IT-System der Eidg. Zollverwaltung und Zusendung als PDF-File
- Möglichkeit der elektronischen Übermittlung der Veranlagungsverfügungen (Zoll- / MWST-Ausweis) an Kontoinhaber
- Möglichkeit, Einfuhrzollanmeldungen durch erneute Übermittlung zu korrigieren
Für interne Kunden
- Möglichkeit, materielle Kontrollen auf elektronischem Weg mitzuteilen
- Korrektureinfuhrzollanmeldungen können auf elektronischem Weg abgelehnt werden
- Einfuhrzollanmeldung mit allen relevanten Daten wie beispielsweise Kontrollbefunde während fünf Jahren elektronisch verfügbar
- einheitliche und übersichtlichere Einfuhrlisten und Bezugsscheine
- vereinfachte und leistungsfähigere Selektion von Einfuhrzollanmeldungen (zentrale Intervention, zeitlich begrenzte Kriterien, ...)
- Vereinfachungen bei provisorischen Einfuhrzollanmeldungen
- Freigabe der Weiterverarbeitung mittels Barcode
- Rückerstattungen und Nachbezüge erfolgen durch Korrektur der Einfuhrzollanmeldung
- ein einziges IT-System für elektronisch übermittelte Einfuhrzollanmeldungen und vom Zollpersonal erfasste Einfuhrzollanmeldungen
- verbesserte Auswertungsmöglichkeiten
- Schnittstellen zu Reporting- und Risikoanalysesystemen